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Pogromverbrechen

Novemberpogrome 1938 in Bamberg

Datensatz-ID: NCA-232
Dieser Eintrag ist Teil des NaziCrimesAtlas – eines digitalen Standardwerks zur ortsbezogenen Dokumentation nationalsozialistischer Verbrechen (1933–1945). Herausgegeben von dieKunstBauStelle e. V.
Ort: Bamberg, Bamberg, Bayern (Deutschland)
Datum: 1938
Inbrandsetzung von Synagogen und Mißhandlung von Juden in der Stadt und im Landkreis Bamberg in der Nacht vom 9. auf den 10.11.1938. Der NSDAP-Kreisleiter von Bamberg hielt am Abend des 09.11.38 im Zentralsaal in Bamberg eine Rede, in der er unter anderem ausführte, "ein Tropfen deutsche Blutes sei mehr wert als das ganze Judentum der Welt." Er forderte die Bamberger Juden auf, aus der Stadt zu verschwinden. Nach der Kundgebung trafen sich einige der Versammlungsteilnehmer in der Gaststätte "Messerschmitt" zu einem gemütlichen Beisammensein. Von hier aus nahm das Zerstörungswerk seinen Anfang. Gegen 24 Uhr wurde die "Weiße Taube" - das Heim der Israelit. Kultusgemeinde - überfallen, die dort befindlichen Juden verjagt, die Inneneinrichtung zerschlagen, Bücher, Papier und Schreibmaschinen weggeschleppt. Die Täter brachen anschließend zur Synagoge in Bamberg auf, wo allerdings bereits 8 bis 12 Personen am Werk waren und schon ein Feuer rannte. Die Feuerwehr war frühzeitig alarmiert worden, griff aber nicht ein. Immer größere Menschenmengen strömten zur Synagoge. Es kam zu Gewalttätigkeiten gegen den Vorsteher der Israelitischen Kultusgemeinde, Kommerzienrat Lessing. Er war in der Straße mißhandelt worden und wurde später in seinem Haus erneut überfallen. Auch die Juden Wachtel, Sternglanz und Dr. Bauchwitz wurden aus ihren Häusern geholt. Wachtel wurde im Nachthemd über die Promenade und den Grünen Markt getrieben. In das Haus des Juden Otto Kahn in der Hainstraße 14 drangen vier bis fünf Mann ein, zerschlugen ein Fenster und schleppten Otto Kahn unter Mißhandlungen heraus. Seine Frau, die ihn schützen wollte, wurde mit einem SA-Dolch an der Hand verletzt. Kahn wurde unter Mißhandlungen gezwungen nachzusprechen, er sei ein "Saujude". In Bamberg wurde außerdem am 21.6.1939 das Grab des Dr. Marcus im Altenburger Wäldchen geschändet. Unbekannte Täter hoben die Sarkophagplatte an und verschoben sie leicht. Eine Entnahme der Gebeine des Dr. Marcus aus dem Grab wurde nicht festgestellt. Andere unbekannte Täter entfernten später den Sarkophag; sein Verbleib blieb ungeklärt.
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Nutzungshinweis

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Zitierempfehlung: NaziCrimesAtlas (dieKunstBauStelle e. V.): Novemberpogrome 1938 in Bamberg. https://nazicrimesatlas.org/output/events/NCA-232-de.html (Zugriff am {{date}})